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Schneehütte

Die Affen und Drachen

Diese Geschichte wurde dem Buch "Der Himmel in Dir" entnommen.
Autorin Michele Longo O`Donnel

Sie  hatte diesen Traum während einer schweren Krankheit.

In meinem Traum stand ich auf einem goldenen Pfad auf der Spitze eines Berges inmitten einer Bergkette wie den Alpen. Ich sah, wie sich dieser Pfad zu beiden Seiten den Berg hinauf wand und wie er über der Bergspitze verschwand, um auf einem anderen Berg in der Entfernung aufzutauchen.
Ich dachte: " Oh, ich muss noch so weit gehen" Ich bemerkte viele Affen zu beiden Seiten des Weges, direkt an meinen Füßen. Sie machten so viel Lärm, dass ich es kaum aushalten konnte. Sie bissen mich auch in die Füße und Beine und ich fing an zu bluten.
Ich sprang auf und tanzte um sie herum, um sie los zu werden, bis ich hörte: " Schau nicht auf sie. Schau geradeaus auf den Weg." Ich erinnerte mich, wie schmerzhaft schwierig es für mich war, von diesen beängstigenden, schikanierenden Affen wegzuschauen. Ich war mir sicher, dass sie mich bei lebendigem Leibe fressen würden, wenn ich wegschaute! Aber je länger ich hinschaute, umso schlimmer wurde es. Letztendlich nahm ich all meinen Mut zusammen und schaute weg in Richtung des Weges.
In dem Moment, als ich das tat wurden die Affen bewegungslos und still. Sie waren wie eingefroren in der Bewegung, die sie gerade ausführten. Die Neugier trieb mich dazu sie wieder anzuschauen und sofort begannen sie wieder zu lärmen, zu kneifen und zu beißen. Schnell schaute ich wieder weg  und sie waren abermals bewegungslos. das machte ich mehrmals und jedesmal mit demselben Resultat. Dann ging ich den Weg weiter, sorgsam darauf bedacht, auf den Weg zu schauen. Die Affen blieben weiter bewegungslos neben dem Weg.
Plötzlich, als  ich der Spitze des ersten Berges mich näher kam, tauchten zwei Feuer speiende Drachen auf. Sie zerstampften und zertraten die Erde, als sie mir auf beiden Seiten näher kamen. Sie waren Angst einflößend und grimmig.  Jetzt war ich bewegungslos! Sie kamen näher und näher und ich war sicher, dass sie mich verschlingen würden. Plötzlich wusste ich, dass ich wegschauen und weiter gehen musste, egal wie schwierig das auch sein würde - dies war genau das was ich tun sollte. Obwohl ich unbeschreibliche Angst verspürte, eine Angst, die mein Herz umklammerte, zwang ich mich, wegzuschauen und mich auf den Weg zu konzentrieren, der vor mir lag. Sofort wurden auch die Drachen bewegungslos. Ich schaute sie nicht mehr an. Während ich gerade aus blickte und meine Augen auf den Weg vor mir fixierte, spürte ich eine tiefe innere Ruhe und Sicherheit in mir.
Als sie aus dem Traum erwachte waren plötzlich alle Symptome der Krankheit verschwunden. Sie fühlte sich stark und erfrischt, als wäre sie nie krank gewesen.